Mit dem harmlosen Kinderbuchhelden hat der Till, der uns in diesem Raum begegnet, gar nichts mehr zu tun. Denn hier sehen wir den Till Eulenspiegel, wie er im Volksbuch erscheint.
Er spielt zwar seine Streiche, doch dabei ist er oft böse und gehässig – ein Tierquäler und manchmal sogar ausgesprochen ekelhaft.
Kein Wunder also, dass das Buch den Autoritäten zu allen Zeiten und an vielen Orten ein Dorn im Auge war. Sein Inhalt wurde häufig zensiert oder gleich ganz verboten.
Auch für die zeitgenössischen Leser des Volksbuches war klar: Dieser Till passt eigentlich nicht in die christliche Ordnung. Immer wieder wird im Buch angedeutet, dass Till mit dem Teufel im Bunde gewesen sein könnte und am Ende seines Lebens in die Hölle gefahren ist.
Die letzten Episoden, die von seinem Tod in Mölln erzählen, lesen sich daher wie eine Warnung.
Und diese Warnung findet sich auch auf dem angeblichen Grabstein von Till Eulenspiegel:
„Merket wohl und denket daran, was ich gewesen bin auf Erden.
Denn die, die hier vorübergehen, müssen mir gleich werden.“
Für diejenigen, die diesen Grabstein lesen, soll klar sein: Till ist nach seinem Tod in die Hölle gefahren – und wer es ihm im Leben gleichtut, dem droht dasselbe Schicksal.