Nicht nur Künstlerinnen und Künstler haben sich der Figur Till Eulenspiegel bedient – auch politische Regime haben ihn für ihre Zwecke genutzt.
Besonders populär war Till Eulenspiegel hier in der Region während der Zeit des Nationalsozialismus. Von Braunschweig aus versuchte man damals, diese eigentlich sehr widerspenstige Figur in die Ideologie des NS-Regimes einzupassen. Till wurde zu einem blonden, blauäugigen Niedersachsen umgedeutet, der als widerständiger Held der Jugend als Vorbild dienen sollte.
Auch das Denkmal in Kneitlingen, das in dieser Zeit entstand, zeigt einen solchen Till Eulenspiegel – so, wie ihn sich die nationalsozialistischen Machthaber vorstellten.
Der Braunschweiger Professor Ernst August Roloff schrieb in der NS-Zeit mehrere Bücher, die diesen Versuch unterstützten. Nach 1945 war Roloff dann daran beteiligt, in Schöppenstedt einen Verein zu gründen: den Freundeskreis Till Eulenspiegel. Ziel war es, aus der Sammlung von Erich Leimkugel ein Museum entstehen zu lassen.
In der Frühphase des Museums wurde dieser Teil der Sammlungsgeschichte allerdings verschwiegen. Heute weisen wir jedoch offen darauf hin, dass es auch diesen „braunen“ Till gegeben hat.