Überraschen. Widersprechen. Irritieren.

Gerade Geschlossen

Columbus­­straße

Sonderausstellung zum Comic von Tobi Dahmen über eine gewöhnliche wie außergewöhnliche Familiengeschichte in der NS-Zeit. Vom 27. März bis 3. Mai 2026.

Im Mittelpunkt seines Comics steht Tobi Dahmens persönlicher Zugang zum Stoff: Ausgehend von der Geschichte seiner eigenen Familie rekonstruiert er Lebenswege und Entscheidungen im Kontext von NS-Diktatur und Zweitem Weltkrieg. „Columbusstraße“ zeigt, wie Geschichte im Privaten wirksam wird: über Anpassung und Widerstand, über das „Sich-raushalten“, über kleine Gesten und große Konsequenzen. Leerstellen, Andeutungen und Mehrdeutigkeiten laden dazu ein, Position zu beziehen – die Bilder lassen Raum für Deutung und stellen Fragen, wo schnelle Antworten zu bequem wären.

Die Ausstellung integriert eine Präsentation des Carlsen-Verlags zum Buch (erstellt von Tobi Dahmen und Jörg Stauvermann) sowie einen umfangreichen neuen Teil, den Studentinnen und Studenten des Instituts für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig gemeinsam mit dem Museumsteam entwickelt haben. Gemeinsam zeigen beide Teile, wie aus Recherche, Erzählentscheidung und Zeichnung ein historisch geprägter Comic wird, und präsentieren eine Auswahl zentraler Bildmotive aus der Graphic Novel.

Mit der Sonderausstellung schlägt unser Museum bewusst einen Bogen von der literarischen Figur des Schelms zur politischen Dimension des Erzählens. Die Ausstellung setzt damit einen Akzent in einem Museum, das sich zunehmend als Ort versteht, an dem unkonventionelle Erzählweisen und künstlerische Verarbeitungen ebenso gezeigt und verhandelt werden wie Fragen von Satire, Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung.

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